Wohlfühlfaktor!

 Noch will sich mein Wohlfühlen aufgrund meiner Neu-Parteimitgliedschaft nicht einstellen, was an dem Verhältnis meiner Partei zu sich selbst liegen könnte. Ich will ja nun nach den paar Tagen nicht quengeln, aber ist es zu viel verlangt, wenn ich bitte als Genosse bezeichnet werden möchte?

 Lieber Flo ist ja wohl kaum die richtige Anrede. Ich habe nichts dagegen Genosse genannt zu werden. Das hat etwas mit Stolz und der einhundertfünfzig jährigen Geschichte zu tun, aber was rede ich? Ich bin ja erst einhundertfünfzig Stunden dabei. Jedenfalls fällt mir ein wichtiger Unterschied zu der Linken auf. Diese brauchen nämlich keine vier Wochen, um ein Parteibuch zuzustellen. Dafür kriege ich tägliche Briefpost mit Terminen, Planungen und anderem Gedöhns. Den am 22. September 2013 in der Räucherei halte ich mir auf jeden Fall frei.

 Aber es soll hier eigentlich um diese blödsinnige Forderung nach einem Mindestlohn von 8,50€ gehen. Der ist nämlich richtig willkürlich und unwirksam. Laut Untersuchungen meiner eigenen Partei benötigt ein Single ein Nettoeinkommen von 1600,-€/netto, um für das Alter vorsorgen zu können. Ähm, bei 8,50€/h muss man mit Lohnsteuerklasse Eins mal eben 240 Stunden im Monat arbeiten, damit die 1600,-€/netto überhaupt erreicht werden. Nun soll es ja Menschen geben, die in ihrer Freizeit mehr zu tun haben als ich, deswegen sind 240 Stunden eher unwahrscheinlich im Monat zu erreichen.

 Wie wäre es denn zusätzlich zu einem willkürlich gewählten Mindestlohn mit einer willkürlich gewählten Mindestrente? Nur so als Idee. Das wäre konsequent und sinnvoll. Ich hoffe, ich schaffe es zum DGB-Tag und ich hoffe, dass meine Unterlagen so langsam mal kommen, denn ich gebe mit meinem Ausweis dann gerne an. Das ist der Vorteil, wenn man im Allgemeinen für nicht ganz dicht gehalten wird. Der 22. September wird ein Knaller, da bin ich mir sicher.

Flo